Datum: 10. Dezember 2025
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Santa Maria de Mercede
Das Lektorat
Mit dem Motu Proprio „Spiritus Domini“ vom 10.01.2021 hat Papst Franziskus den Zugang zu den Ämtern des Lektors und
Akolythen neu geordnet: diese Beauftragungen werden nicht nur männlichen Kandidaten auf dem Weg zum Empfang des Weihsakraments, sondern geeigneten Frauen und Männern, die sich als getaufte und gefirmte Christinnen und Christen bewährt haben, in einer liturgischen Feier übertragen. In Österreich werden sie unter Anführungszeichen ständige Lektoren bzw. ständige Akolyten genannt. Die Beauftragung zum Lektorat ist ein kirchlicher Dienst, der seinen Ursprung in der frühen Kirche hat. Schon in den ersten Jahrhunderten wurde bestimmten Gläubigen die Aufgabe anvertraut, in der Versammlung das Wort Gottes zu verkünden. Die Kirche sieht in diesem Dienst keine bloße „Vorlesung“, sondern eine echte Verkündigung des göttlichen Wortes, durch die Christus selbst in seiner Botschaft zu den Menschen spricht.
Mit der Beauftragung durch den Bischof wird der Lektor bzw. die Lektorin in den Dienst des Wortes gestellt. Er/sie liest in der Liturgie – außer dem Evangelium – die Lesungen aus der Heiligen Schrift, trägt die Fürbitten vor und kann, wo es angezeigt ist, das Stundengebet leiten oder katechetische Dienste übernehmen.
Diese Beauftragung ist nicht nur eine praktische Aufgabe, sondern ein geistlicher Dienst: Der Lektor bzw. die Lektorin soll selbst vom Wort Gottes erfüllt sein, es betend meditieren und danach leben. So wird er/sie zu einem Zeugen des Wortes, dass er/sie in der Gemeinde verkündet. In der Feier der Beauftragung überreicht der Bischof ihm die Heilige Schrift mit den Worten:„Nimm das Buch der Heiligen Schrift, und trage das Wort Gottes getreu und mit lebendigem Glauben vor, damit es in den Herzen der Menschen Frucht bringe.“
Das Akolythat
Die Beauftragung zum Akolythat ist ein weiterer fest verankerter Dienst in der Kirche. Der Akolyth (vom griechischen akolouthos = „Begleiter“) dient am Altar und unterstützt den priesterlichen Dienst. Mit der Beauftragung wird er/sie gerufen, die Eucharistie in ihrem Mittelpunkt zu verstehen und zu lieben. Der Akolyth hilft bei der Feier der heiligen Messe, bereitet den Altar, reicht Brot und Wein, und kann – wenn nötig – die heilige Kommunion austeilen, sowohl in der Messe als auch zu den Kranken.
Darüber hinaus kann der Akolyth die eucharistische Anbetung leiten und das Altarsakrament aussetzen (jedoch nicht den sakramentalen Segen spenden). Er/sie trägt Verantwortung für die ehrfürchtige Aufbewahrung und den würdigen Umgang mit den eucharistischen Gestalten. In der Feier der Beauftragung überreicht der Bischof dem Akolythen eine Hostienschale oder ein Gefäß mit Brot und spricht:
„Nimm dieses Gefäß mit Brot für die Eucharistiefeier, und lebe so, dass du würdig bist, am Tisch des Herrn zu dienen und den Leib Christi auszuteilen.“
Der Dienst des Akolythen weist auf die Mitte des kirchlichen Lebens hin – auf Christus, der in der Eucharistie gegenwärtig ist. Darum ist der Akolyth zugleich ein Diener und Zeuge der Eucharistie, die Quelle und Höhepunkt des ganzen kirchlichen Lebens ist.
Die Feier der Beauftragungen zu beiden Diensten findet in unserem Haus derzeit nur für die Mitglieder der Seminargemeinschaft statt.

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